Oft höre ich von Frauen:

    „ich habe keine Lust mehr…“

    „der Sex ist mir lästig…“

    „ich brauch das (eigentlich) nicht (mehr)“

In länger bestehenden Beziehungen verliert Sex oft seinen spannenden Charakter und wird zunehmend als Aufwand empfunden.

Warum ist das so?

Ein sehr wichtiger und unterschätzter Punkt ist, dass der eigentlichen genitalen Realität des sexuellen Erlebens zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Auf der körperlichen Ebene scheint Sex unkompliziert. Er spielt sich zwischen zwei Reflexen ab, dem Erregungsreflex und dem Orgasmusreflex. Der Erregungsreflex löst die sexuelle Erregung aus. Er führt zu vermehrter genitaler Durchblutung, Beschleunigung der Atmung, Zunahme der Muskelspannung. Die Vagina glättet sich wird feucht und dehnt sich im hinteren Teil aus. Hat diese Erregung einen bestimmten Schwellenwert erreicht (Point of no Return) wird der Orgasmusreflex ausgelöst. Die orgastische Entladung ist durch Muskelkontraktionen begleitet und gefolgt von der Rückbildungsphase.

Dieser Ablauf jedoch gibt noch keinen Hinweis auf die Qualität des Erlebens. Werden die genitalen Sinnesreize Wärme, Kribbeln, Spannung, Druck, Feuchtsein überhaupt als lustvoll erlebt? Das lustvolle Erleben erfolgt also nicht einfach automatisch, sondern ist auch ein Lernprozess.

An dieser Stelle haben es Männer leichter in das lustvolle Erleben zu kommen. Wenn wir auf die Kindheit schauen, haben Jungen in der Entwicklung von Anfang an einen taktilen und visuellen Zugang zu ihren Genitalien. Mädchen in der Entwicklung haben diese Zugänge nicht. 

Und genau hier liegt ein Problem.

Ohne eine entsprechende Stimulation von Vulva und Vagina bleiben die Lustzentren im Hirn blind. Erst durch Berührungen/Stimulationen sensorischer Nervenrezeptoren kommt es zur Ausbildung entsprechender Synapsen im somatosensorischen Kortex und in den Lustzentren des Hirns. Ein wichtiger Lernschritt ist also die eigene Vagina zu explorieren und die Synapsen zu entwickeln, um lustvoll Sex zu genießen.

Bei Fragen zum Vorgehen und dem Wunsch nach persönlicher Unterstützung sprechen Sie mich gern an.

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